Die Stadt Bendorf hat den Startschuss für die Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung gegeben. Die Energieversorgung Mittelrhein (evm) wird sich im Auftrag der Kommune in den nächsten Monaten mit der Frage beschäftigen, wie die Wärmeversorgung der Zukunft in Bendorf aussehen kann. Dazu werten die Experten zunächst zahlreiche Daten aus, um dann Potenziale zu bewerten und am Ende eine Wärmewendestrategie zu erstellen.
Bürgermeister Christoph Mohr erklärt: „Wir wollen als Stadt den bestmöglichen Weg finden, um die Wärmeversorgung bis 2045 klimaneutral zu gestalten.“ Der Wärmeplan, der in den kommenden Monaten erarbeitet wird, stellt das zentrale Instrument dar, um dieses Ziel zu erreichen. „Ohne eine gründliche Analyse der Gebäude- und Heizstruktur, die Ermittlung von Wärmequellen und Wärmesenken und eine datenbasierte Potenzialanalyse ist eine sinnvolle Transformation nicht machbar“, führt evm-Sprecher Marcelo Peerenboom aus.
Datenerhebung steht am Anfang
Die evm erstellt den Wärmeplan für Bendorf gemeinsam mit Experten von endura kommunal aus Freiburg, die über eine große Erfahrung in diesem Bereich verfügen. Das Projektteam unter Leitung von Nadine Kuhlmann (evm) wird in einem ersten Schritt Daten sammeln und hierzu unter anderem auf Energieversorger und Schornsteinfeger zugehen. Außerdem werten die Fachleute Daten zum Gebäudebestand und -zustand aus. Der Datenschutz ist hierbei gewährleistet. Im nächsten Schritt definieren die Fachleute von evm und endura Potenziale für die treibhausgasfreie Wärmeversorgung.
Das Projektteam schaut sich dabei unter anderem an, welche erneuerbaren Energiequellen zur Verfügung stehen, ob Abwärme von Gewerbebetrieben nutzbar ist, wo Effizienzpotenziale liegen und wo auch der Bedarf tendenziell gesenkt werden kann. Auch die Wasserstoffstrategie der Stadt Bendorf wird hierbei berücksichtigt. Bestands- und Potenzialanalyse bilden anschließend die Basis für sogenannte Zielszenarien. „Am Ende werden wir Lösungen für die treibhausgasneutrale Wärmeversorgung im gesamten Stadtgebiet darstellen“, beschreibt Nadine Kuhlmann das Ergebnis.
Dazu wird das Stadtgebiet eingeteilt in Flächen für potenzielle Wärmenetze und für dezentrale Versorgung. Dort ist dann oft eine Wärmepumpe die wirtschaftlichste Lösung.
Infoveranstaltung geplant
Über die Einzelheiten der kommunalen Wärmeplanung werden Stadt Bendorf und evm am 27. Mai im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung in der Stadthalle Auskunft geben. Darüber hinaus finden Bürgerinnen und Bürger aktuelle Informationen im Internet unter www.bendorf.de/wärmeplanung.